Paprika wurde schon vor etwa 9.000 Jahren in Mittelamerika angebaut. Die Pflanzen gehören zu den Capsicum Gewächsen und haben ihren Ursprung im Gebiet des heutigen Mexiko.

Christopher Columbus brachte Chilischoten gleich bei seiner ersten Reise mit nach Europa. Die Früchte wurden in Spanien als piemento bezeichnet. Der spanische Begriff für Pfeffer. Damals waren Gewürze wie der schwarze Pfeffer unglaublich teuer. Nur Reiche konnten sich diesen Luxus leisten. Manchmal wird behauptet, dass Columbus Chilis tatsächlich für Pfeffer hielt. Ihm war der Unterschied jedoch schon deutlich. Ureinwohner benutzten den Begriff Aji für Chilis, den der Kapitän zunächst übernahm.

Die nach Europa eingeführten Samen wurden zuerst in Gärten der oberen Zehntausend gepflanzt. Im Laufe des Jahrhunderts verbreiteten sich Chilipflanzen in ganz Europa. Auch die ärmere Bevölkerung konnte sich nun das scharfe Gewürz leisten. In Italien waren Chilischoten beliebt und wurden dort Peperoncini bzw. Peperoni genannt.

Über die Türkei verbreiteten sich Glockenchilis nach Ungarn und den gesamten Balkan. Um 1570 pflanzte die ungarische adelige Széchy Margitnak in ihrem Garten „roten, türkischen Pfeffer“. Dies gilt als die früheste Quelle, die relativ sicher, die Ankunft von Chilis in Ungarn dokumentiert. Rund 75 Jahre nach der Entdeckung Amerikas und der Ankunft von Samen in Amerika.

In Ungarn herrscht ein Klima, welches den Capsicum Pflanzen entgegenkommt. Chilis wurden intensiv gezüchtet und angebaut. Bis heute eines der führenden Länder beim Anbau von Paprika in Europa. Es heißt, dass Mönche die Schärfe aus den Paprikas heraus gezüchtet haben. Sie hielten den scharfen Geschmack wohl für Teufelskram.

Paprika

Die ungarische Bevölkerung liebten scharfe Paprika. So wurden viele neue Sorten gezüchtet und der Ertrag gesteigert. Heute werden große und weniger scharfe Schoten als Paprika bezeichnet. Der Name leitet sich eben aus dem ungarischen Wort „paprika“ ab. In den Nachbarländern Serbien und Kroatien heißt Pfeffer „papar“.

Bis 1920 waren Paprika mehr oder weniger scharf. Ein Paprika-Züchter aus dem südlichen Ungarn soll die erste Pflanze besessen haben, deren Früchte nur süßlich und ganz ohne schärfe war. Der Züchter kam aus der Stadt Szeged, die für ihre Szegediner Paprika bekannt ist.

Anbaugebiete

Große Anbaugebiete befinden sich in China, Mexiko, USA und in Europa Belgien, Holland, Ungarn und Spanien. In Deutschland werden etwa 1.000 Tonnen angebaut. Dies reicht aber noch nicht, um den Bedarf von 300.000 Tonnen zu decken.